Adwords Änderung: Google erweitert Phrase & Exact-Match auf nahe Varianten
Veröffentlicht am 18. Apr, 2012 von Simon Gall in SEM
Wie Google aktuell mit einem Hinweis in der Adwords-Oberfläche bekannt gibt, werden die beiden Matchtypes “Phrase” und [Exact]-Match ab Mitte Mai um sogenannte “nahe Varianten” der Keywords erweitert. Konnte man sich bisher darauf verlassen, dass bei der Verwendung der beiden Matchtypes auch wirklich nur exakt passende Suchanfragen und Wortgruppen mit Anzeigen belegt wurden, so muss man in Zukunft auch mit einer Ausspielung bei Falschschreibweisen, Singular- und Pluralformen, Akronymen, Wortstämmen, Abkürzungen und Akzenten rechnen. Exact und Phrase bekommen quasi eine Broad-Match Erweiterung.

Google präsentiert die Änderung offiziell als “Verbesserungen bei den Übereinstimmungstypen Genau passend und Passende Wortgruppe”. Ob die Verwässerung der Matchtypes allerdings zur Performance einer gut strukturierten Kampagne beiträgt darf durchaus bezweifelt werden. Vielmehr könnte durch das automatische Matching von “nahen” Verwandten ein großes Stück an Kampagnen-Kontrolle verloren gehen. Denn was als nah gilt entscheidet der Adwords Algorithmus – und das muss nicht zwingend mit den Kampagnenzielen übereinstimmen. Es sollte daher in jedem Einzelfall entschieden werden, ob es Sinn macht die Option zu nutzen (und das Matching z.B. mit Nagatives zu verfeinern) oder das neue Matching auszuschalten.
Glücklicherweise bietet Google eine Deaktivierung der Option an. In den Kampagneneinstellungen kann man unter “Erweiterte Einstellungen -> Übereinstimmungstypen” das Matching von nahen Varianten auszuschalten.
Wie Google in der Adwords-Hilfe ankündigt, wird die Option ab Mitte Mai für alle Kampagnen automatisch aktiviert. Man sollte sich also frühzeitig überlegen, wie man mit der neuen Option verfahren möchte. Hat man seine Kampagnen sehr fein strukturiert, sollte man zunächst überprüfen ob es aufgrund der nahen Varianten zwischen Anzeigengruppen und Kampagnen zu Cross-Matchings kommt, wie man sie vom Broad Match kennt. Einzelne falsche Matchings können dann sicherlich durch den Einsatz von wenigen Negatives behoben werden. Sollten sich die Übereinstimmungen allerdings als zu weit erweisen (z.B. wie beim Extended Broad Match), kann eine grundsätzliche Deaktivierung ratsam sein.
Adwords-Änderung: Google überprüft pausierte Anzeigen
Veröffentlicht am 30. Aug, 2011 von Simon Gall in SEM
Google hat heute in einer Mail an alle Adwords-Kunden angekündigt ab dem 6. September pausierte Anzeigen in der gleichen Weise zu überprüfen wie aktive Anzeigen. Ziel ist es unnötige Verzögerungen bei der Freigabe von Anzeigen zu vermeiden.
Für den Großteil der Adwords-Kunden hat die Änderung kaum Auswirkungen, da sie neue Anzeigen meistens direkt aktivieren und diese dann ohnehin geprüft wurden. Für Agenturen, die für Ihre Kunden Kampagnen planen und einstellen bringt die Änderung jedoch enorme Vorteile mit sich. In der Online-Mediaplanung werden Kampagnen zum Großteil in Flights geplant, die zu einem bestimmten Zeitpunkt starten und enden müssen. Vor allem bei Banner-Kampagnen im Google Display-Netzwerk hatte man bislang das Problem, dass die Banner unter Umständen beim geplanten Kampagnenstart nicht direkt live waren, da sie nach der Aktivierung zunächst geprüft werden mussten. Die Überprüfung der Anzeigen kann dabei bis zu 3 Tagen dauern. Alternativ konnte man versuchen die Banner vor dem Start kurz zu aktivieren um sie nach der erfolgten Überprüfung schnell wieder zu pausieren. Hierbei musste man dann aber, wenn man nicht schnell genug war, verfrühte Impressions und Klicks in Kauf nehmen.
Die proaktive Überprüfung pausierter Anzeigen ist ein sinnvoller Schritt mit dem das Google Display-Netzwerk planbarer wird, da man jetzt Banner und Textanzeigen früh genug pausiert ins Konto laden kann, damit sie zum geplanten Kampagnenstart bereits freigegeben sind.


